Evidenz ausstellen. Praxis und Theorie der musealen Vermittlung von ästhetischen Verfahren der Evidenzerzeugung

William Kentridge, Drawing Lessons (Video Still)

William Kentridge, Drawing Lessons (Video Still) © William Kentridge

Evidenz ausstellen

Praxis und Theorie der musealen Vermittlung von ästhetischen Verfahren der Evidenzerzeugung

Transferprojekt | Aktuell | Kooperationspartner | Dürer Digitalisierung | Team

Das von der DFG geförderte Transferprojekt der Kolleg-Forschergruppe „BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik“ erforscht in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz die relationalen Bedeutungsgefüge von Exponaten und ihrer Präsentation in Museen und Ausstellungen. Wie werden Sinnzusammenhänge und Erkenntnisse, Wissensformen und Evidenzeffekte von Bildern in musealen Zeigeformen sowohl generiert als auch vermittelt? Diese Fragestellung ist derzeit von hoher Relevanz, da Museen und Ausstellungskuratoren unter dem Druck von Ökonomisierung, Globalisierung und Digitalisierung vor der Herausforderung stehen, ihre Aufgaben und Ziele, Adressaten und Vermittlungsformen zu überdenken und neu auszurichten. Ziel des Vorhabens ist es, aus kunsthistorischer Perspektive einen grundlegenden Beitrag zur Ausstellungstheorie zu leisten.

Die Kooperationspartner erarbeiten gemeinsam eine forschungsorientierte Ausstellung, die ab Ende November 2015 am Berliner Kulturforum zu sehen sein wird. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das vielfältige grafische Werk des südafrikanischen Künstlers William Kentridge (geb. 1955 in Johannesburg) sowie mit diesen Arbeiten gezielt zusammengeführte Holzschnitte und Kupferstiche von Albrecht Dürer (1471-1528). Im Hinblick auf Evidenzverfahren aufschlussreich ist die beiden Künstlern eigentümliche, von ihnen in besonderem Maße reflektierte, ‚grafische‘ Ästhetik des Schwarz-Weiß. Diese heuristische Klammer – nicht vorrangig die Rückgriffe Kentridges auf Bildfindungen Dürers – motiviert die epochenübergreifende Zusammenschau der Künstler aus Renaissance und unserer eigenen Zeit.

Die Kentrigde-Dürer-Ausstellung als visuelles Labor ist Ausgangspunkt und exemplarischer Untersuchungsgegenstand des Transferprojektes. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung modellhafter Präsentationsformen, deren Potential auch für andere historische und kulturelle Konstellationen fruchtbar gemacht werden kann. Dazu wird der methodische Ansatz der Kolleg-Forschergruppe auf die Sammlungsbestände des Kupferstichkabinetts bezogen und eine analytische Perspektive entwickelt, mit welchen Formen und Verfahren im Medium Ausstellung genuin visuell-ästhetische Evidenzprozesse erzeugt, der breiteren Öffentlichkeit vermittelt und nachhaltig ausgewertet werden können.

Aktuell

Tagungsankündigung

„Evidenzen des Expositorischen. Wie in Ausstellungen Wissen, Erkenntnis und ästhetische Bedeutung erzeugt wird“

Eine Tagung des DFG-Transferprojekts „Evidenz ausstellen“ der Freien Universität Berlin und des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin

Termin: 29.06.2017 – 01.07.2017
Ort: Aktionsraum im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Das Tagungsprogramm und weitere Informationen finden Sie hier in Kürze.

Kooperationspartner

Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin

Logo Kupferstichkabinett Staatliche Museen zu BerlinDas Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen gehört zu den international bedeutendsten und größten Sammlungen der Kunst auf Papier – angefangen von der mittelalterlichen Handschrift bis hin zum Digitalprint unserer Zeit. Schon allein durch seine herausragenden Bestände an Zeichnungen und Druckgraphik von Albrecht Dürer qualifiziert es sich als musealer Kooperationspartner für das Projekt. Hinzu kommt, das es über kontinuierliche und vielfältige Erfahrung auf dem Gebiet des Ausstellens graphischer Kunst verfügt – sei es in historisch, monografisch oder thematisch konturierten, forschungsbasierten Formaten. Gleichzeitig ist das Kupferstichkabinett, durch die Medialität und die damit verbundene Empfindlichkeit seiner Werke bedingt, darauf angewiesen, diese in temporären Ausstellungen der Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Fragen, um die das Transferprojekt „Evidenz ausstellen“ kreist, betreffen somit das Kerngeschäft dieser Institution, die stellvertretend für den Museumstypus der Graphischen Sammlung einsteht. Somit stellt sich das Kupferstichkabinett mit besonderem Interesse der Herausforderung, die eigene, je nach Werken und Epochen immer wieder neu angegangene und aktualisierte expositorische Praxis im Hinblick auf das Evidenzpotenzial von Ausstellung und Exponaten zu reflektieren und neu zu justieren.

Website der Ausstellung Double Vision. Albrecht Dürer & William Kentridge

Dürer Digitalisierung

Die Untersuchung der visuellen Erfahrungsräume, die Albrecht Dürers Werke erzeugen, erfordert die Möglichkeit der genauen Analyse der Originale. Um dem Forschungsinteresse und den konservatorischen Bedingungen zum Schutz der Arbeiten gleichermaßen zu entsprechen, wurden im Rahmen des Projekts Mittel für die Digitalisierung des Dürer-Bestands im Berliner Kupferstichkabinett bereitgestellt.

Zu den gut 1600 Berliner Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Hand Dürers kommen etwa 250 Reproduktionsgraphiken nach seinen Bilderfindungen von Künstlern wie Hieronymus Hopfer. Alle Werke, darunter auch Druckstöcke, werden nach den aktuellen Standards für kulturelle Forschungsdaten erfasst.

Diese Daten werden in das Sammlungssystem der Staatlichen Museen zu Berlin und in die digitale Diathek des Kunsthistorischen Instituts der FU Berlin eingepflegt. Darüber hinaus werden sie über Online-Portale, wie SMB-digital oder das Graphikportal des Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte, unter der Lizenz CC-BY-NC-SA bereitgestellt.

Team

Projektleitung

Prof. Dr. Klaus Krüger

Dr. Elke Anna Werner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tabea Metzel

Studentische Hilfskraft

Julia Heldt

Projektteam Kupferstichkabinett

Prof. Dr. Heinrich Schulze Altpcappenberg
Direktor

Dr. Andreas Schalhorn
Referent für moderne und zeitgenössische Kunst

Dr. Michael Roth
Oberkustos für die Deutsche Kunst bis 1800

Projektteam Dürer Digitalisierung

Dr. Nadine Rottau
Konzeption, Koordination & Datenkuration

Franziska May
Datenredaktion & Dateneingabe

Dipl.-Rest. Georg Josef Dietz
Restauratorische Betreuung

Andreas Heese
Datenbankadministration Kupferstichkabinett SMB

Dr. Maximilian Benker
Datenkuration Kunsthistorisches Institut FU Berlin

Dietmar Katz
Fotograf

Charlotte Wagner
Studentische Mitarbeit

  • Kontakt

    Tabea Metzel

    Transferprojekt
    „Evidenz ausstellen“

    Koserstraße 20
    14195 Berlin

    t.metzel@fu-berlin.de