Henrike Eibelshäuser

Cecco del Caravaggio, Auferstehung Christi (Detail), 1619/20

Giovanni Antonio Galli, called Spadarino, The Martyrdom of Saint Valeria (Detail)

Henrike Eibelshäuser M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsprojekt

Licht- und Epiphanieerscheinungen im frühen Seicento

 

Das Forschungsprojekt soll Strategien der Bildinszenierung in der Caravaggio-Nachfolge untersuchen, mit denen das Problem der Sichtbarmachung des Unsichtbaren verhandelt wird. Insbesondere gilt es, die Funktion des Glanzes als spezifisch malerischen Phänomenwert in Bezug auf die Repräsentation suprasensorieller Erfahrung zu beleuchten. Da dem Glanz aufgrund seiner Uneigentlichkeit und Flüchtigkeit seit jeher die Dimension des Jenseitigen anhaftet, eignet er sich als Medium der Darstellung des Unsichtbaren. Glanz als Lichtemanation bzw. Reflexion soll in seiner Polarität zwischen bildtheologischer Doktrin – die Glorie als Membran, die zu einer Schau des Numinosen hinführt – und künstlerischem Selbstverständnis verstanden werden, das die Dimension der ästhetischen Eigenwertigkeit der schimmernden Farbe als fiktional bestimmter Wirklichkeit betont. Die Fokussierung auf das Phänomen Glanz soll vor dem Hintergrund einer zunehmenden Materialisierung und Sensualisierung der Weltwahrnehmung um 1600 sowohl unter materialästhetischem als auch bildtheologischem Aspekt einen Beitrag zur Erforschung von Glorien- und Visionsdarstellungen leisten.

Vita

Studium der Geschichte und der Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und der Università Ca‘ Foscari in Venedig von 2002 bis 2009. 2007 Mitarbeit am Ausstellungsprojekt „Lokal/dezentral“ in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Weißensee. 2007-2009 studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Oliver Janz. Praktika an der Biblioteca di Storia Moderna e Contemporanea in Rom und an der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz. Erlangung des Magister Artium mit einer Magisterarbeit zum Thema „Sehen und Erkennen. Die Emmausmahlsdarstellungen von Caravaggio und Rembrandt im Vergleich“. Dissertationsvorhaben über Licht- und Epiphanieerscheinungen im frühen Seicento, betreut von Prof. Dr. Klaus Krüger. 2010-2012 wissenschaftliche Hilfskraft an der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz. Seit Juni 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz.

Forschungsschwerpunkte

  • Licht, Glanz, Reflex als Phänomenwerte zur Evidenzerzeugung
  • Kunsttheorie des 16. und 17. Jahrhunderts
  • Wissenstransfer im europäischen Caravaggismus
  • Materialikonologie
  • Farbtheorien um 1600

Aktuell

‚Clothed with a garment of excessive whiteness’. Whiteness between mystic union and scientific evidence, RSA New York, 29.03.2014.

 

„Ricreazione“ oder „offesa dall’occhio“? Blindheit und Sehen in Tobias’ Heilung des Vaters EDP 2015, Sehen/Voir, Eichstätt, 15.05.15
Ankündigung

 

Blindness and Insight. Modes of Seeing and Non-Seeing around 1600, International Kolloquium „La recherche de la forme ideale. Les avaters d’une categorie variable“, Deutsches Forum für Kunstgeschichte Paris, 15.01.15
Ankündigung

 

Die Augen weit geschlossen. (Nicht-)Sehen in der Blindenheilung des Tobias.
Vortragsreihe zur Ausstellung „Augen & Blicke“, Gemäldegalerie Würzburg, 28.01.16

 

Kontakt

Henrike Eibelshäuser

Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz

Arnimallee 10
14195 Berlin

Zimmer 109
Tel.: +49(0)30-838-51782

h.eibelshaeuser@fu-berlin.de