Julia Gelshorn

 

Julia Gelshorn

Professorin für Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart
Universität Freiburg/Université de Fribourg (CH)

Aufenthalt

Oktober 2019 – Januar 2020

Forschungsprojekt

Bewegung und Berührung – Figurationen der Grazie in der französischen Kunst des 18. Jahrhunderts

Das Projekt untersucht die französische Adaption des performativen Konzepts der Grazie (grazia / grâce) im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts und stellt die Frage, wie ein nicht erlernbares körperliches Ideal, das je ne sais quoi, das sich von einer Normierung der Schönheit sowie von artifiziellen Posen und oberflächlichen Zeichen gerade abgrenzt, in den Künsten (Malerei, Theater, Tanz) ästhetische Materialisierungen und Figurationen erfährt. Dabei lässt sich beobachten, wie im Verlauf des 18. Jahrhunderts aus einem Ideal im höfischen Kontext der galanterie nach dem Vorbild des Hofmannes ein Konzept der Einfachheit, Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit wird, das insbesondere an die Unschuld und unkorrumpierte Neugier des Kindes und der Frau gebunden wird und – so die These des Projekts – schliesslich auch in ein performatives Verhältnis zwischen Bild und BetrachterIn verlagert werden kann, indem die Betrachtenden selbst eine graziöse Rührung und Bewegung erleben.

Forschungsschwerpunkte

  • Moderne und zeitgenössische Kunst (vor allem in Europa und den USA)
  • Französische Kunst und Kunsttheorie des 18. Jahrhunderts
  • Prozesse künstlerischer Aneignung, Wiederholung und Produktion
  • Verhältnisse von Kunst und Politik, Kunst und Wissenschaft

Publikationen

„The Formation of Cosmogonies: Camille Henrot“, in: Aesthetic Theory, hrsg. von Dieter Mersch, Sylvia Sasse und Sandro Zanetti, Zürich: Diaphanes, 2019, S. 163–176 (zus. mit Tristan Weddigen).

Discoteca analytica. READER, hrsg. von Nicolas Brulhart und Julia Gelshorn, Fribourg: Fri ArtKunsthalle, 2019.

„Besessene Malerei. Aneignung als ‘affektiver Import’ bei Jutta Koether / Posessed Painting. Appropriation as an ‘affective Import’ in the work of Jutta Koether“, in: Jutta Koether. Tour de Madame [Ausstellungskatalog: München, Museum Brandhorst, 2018], hrsg. von Suzanne Cotter, Achim Hochdörfer und Tonio Kroener, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2018, S. 234–244 / 238–248.

Aneignung und Wiederholung. Bilddiskurse im Werk von Gerhard Richter und Sigmar Polke, München: Wilhelm Fink, 2012.

„Two Are Better Than One: Notes on the Interview and Techniques of Multiplication“, in: The Art Bulletin, Bd. 94, Nr. 1, März 2012, S. 32–41.

Ornament und Bewegung. Zur Grazie der Linie im 18. Jahrhundert“, in: Linea. Vom Umriss zur Aktion [Ausstellungskatalog: Kunsthaus Zug, 2010–2011], hrsg. von Matthias Haldemann, Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2010, S. 86–122.

Kontakt

Julia Gelshorn

Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz

Animallee 10
14195 Berlin

Zimmer 112
Tel.: +49(0)30-838-008
julia.gelshorn@unifr.ch
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