Christa Blümlinger

 Porträt Christa Bluemlinger

Christa Blümlinger

Professorin für Filmwissenschaft, Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis

Aufenthalt

März 2020 – Mai 2020

Forschungsprojekt

Abstraktion und dokumentarischer Modus im digitalen Zeitalter

Das Projekt geht von zwei zentralen Aspekten des Films aus, nämlich von dessen Historizität und von den Dispositiven seiner Aufführung. Unter Berücksichtigung jüngster theoretischer Debatten zur Funktion des Kinos im Zeitalter des digitalen Wandels und der Vervielfältigung der Bildträger soll eine Reihe von audiovisuellen Werken im Feld zwischen Kino und Kunstraum untersucht werden. Im Zentrum steht dabei die Frage der Abstraktion, und zwar auf mehreren Ebenen : sie soll zunächst als ästhetisches Problem unter neuen Vorzeichen, im Spannungsfeld von Analogizität und Digitalität, ergründet werden, die in Zusammenhang mit der Mimesis und den epistemologischen Feldern stehen, in deren Kontext sich der Film als Medium herausbildete. Sie soll sodann im Bereich von Untersuchungen erfasst werden, die sich der Anthropologie der Kulturtechniken widmen, sowie Prozessen der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit. Schließlich soll es um die Geschwindigkeit, die Transformation und die Zirkulation von Bildern gehen. Ausgangspunkt sind dabei filmische Formen, denen dokumentarische Ansätze reflexiv eingeschrieben sind.

Christa Blümlinger arbeitet derzeit an einem Buch über Harun Farocki,  dessen Arbeit sie über 25 Jahre lang kritisch begleitet hatte und mit dem sie ein ebenso lang dauernder Dialog verband.

Forschungsschwerpunkte

  • Ästhetik und Theorie des Films
  • Vergleichende Bildanalyse
  • Film und Gedächtnis (u.a. Archivkunst)
  • Formen des Dokumentarfilms (u.a. Essayfilm)
  • Avantgardefilm und Medienkunst
  • Das Verhältnis von Film und zeitgenössischer Kunst
  • Französischer und deutschsprachiger Film (u.a. Agnès Varda, Harun Farocki)

Publikationen

« The filmed body and the cinematic gesture: Zoe Beloff’s revisions », NECSUS – autumn 2019/ december 21 : “gesture”, https://necsus-ejms.org/

« Le travail du geste : formes documentaires », in Christa Blümlinger et Mathias Lavin (dir.), Gestes filmé, gestes filmiques,  coll. « Images, médiums », Mimesis, 2018, S. 341-360

« Was in Farockis Parallele am Spiel steht »/ « What’s at Play in Farocki’s ‘Parallel’” » (engl. Trans.), in Hila Peleg et Erika Balsom (dir.), Berlin Documentary Forum 3, catalogue, Berlin, Haus der Kulturen der Welt, 2014, S. 81-89 und S. 182-189

« Cinematographic Indeterminacy According to Peter Tscherkassky : Coming Attractions », in : Beugnet, Martine, Allan Cameron et al. (dir.), Indefinite Visions. Cinema and the Attractions of Uncertainty, coll. Edinburgh Studies in Film and Intermediality, Edinburgh University Press, Edinburgh, 2017, p. 157-179.

Kino aus zweiter Hand. Zur Ästhetik materieller Aneignung im Film und in der Medienkunst, Vorwerk 8, Berlin, 2009;  trad. en français par Pierre Rusch et Christophe Jouanlanne, sous le titre Cinéma de seconde main. Esthétique du remploi dans l’art du film et des nouveaux médias, Klincksieck, Paris, 2013

Kontakt

Christa Blümlinger

Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz

Animallee 10
14195 Berlin

Zimmer
Tel.: +49(0)30-838-